GEHER-RUNDBRIEF

Hier der vollständige Text der Regel 230:

Definition des wettkampfmäßigen Gehens
1
Wettkampfmäßiges Gehen ist eine Abfolge von Schritten, die so gesetzt werden, dass der Geher so Kontakt mit dem boden hat, dass kein mit menschlichem Auge sichtbarer Kontaktverlust vorkommt. Das ausschreitende Bein hat vom Moment des Aufsetzens auf den Boden bis zur aufrechten Stellung gestreckt zu sein, d.h. am Knie nicht gebeugt.
Richten
2a
Die benannten Gehrichter wählen einen Gehrichterobmann, falls dieser nicht vorher bestimmt wurde. Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a, b, c, d darf der Gehrichterobmann Geher auch dann disqualifizieren, wenn sie zuvor noch keinerlei Verwarnungen erhalten haben, falls die Art ihrer Fortbewegung offensichtlich gegen die Bestimmungen in Nr. 1 verstößt. Diese Berechtigung hat der Gehrichterobmann aber nur auf dem Weg von der Straße zur Leichtathletikanlage und in der Leichtathletikanlage, wenn der Wettbewerb dort endet oder auf den letzten 10 m, wenn der Wettbewerb ausschließlich auf der Laufbahn oder auf einer Straße stattfindet.
2b
Der Gehrichterobmann soll als offizielle Aufsicht bei dem Wettkampf amtieren und nur bei den in a) genannten Veranstaltungen und der dort beschriebenen speziellen Situation als Gehrichter handeln. Bei Veranstaltungen nach Regel 12.2 a, b, c kann nach Rücksprache mit dem Gehrichterobmann und dem Technischen Delegierten das örtliche Organisationskomitee (Veranstalter) maximal zwei Assistenten für den Gehrichterobmann bestimmen. Es ist die ausschließliche Aufgabe dieser Assistenten, den Gehrichterobmann bei der Mitteilung der Disqualifikationen zu unterstützen; sie dürfen nicht als Gehrichter handeln.
Nationale Bestimmung DLV:
Bei Veranstaltungen, die der DLV oder ein Landesverband genehmigt, kann der Gehrichterobmann nach Abstimmung mit der Verbandsaufsicht auch als Gehrichter handeln.
2c 
Alle Gehrichter müssen unabhängig voneinander aufgrund von Beobachtungen mit eigenen Augen urteilen.
2d 
Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a müssen alle Gehrichter internationale Gehrichter sein. Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 b und c müssen alle Gehrichter entweder Gebiets-(Area) oder internationale Gehrichter sein.
Nationale Bestimmung DLV:
Bei Deutschen Meisterschaften sollen alle eingesetzten Gehrichter den Level III, II oder I besitzen.
2e 
Bei Gehwettbewerben auf der Straße sollen normalerweise mindestens 6 bis maximal 9 Gehrichter einschließlich Gehrichterobmann eingesetzt sein.
2f
Bei Gehwettbewerben auf der Laufbahn sollen normalerweise 6 Gehrichter einschließlich Gehrichterobmann eingesetzt sein.
2g
Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a darf nicht mehr als ein Gehrichter pro Land amtieren. Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a, b, c ist vom Organisationskomitee (Veranstalter) in Abstimmung mit dem Gehrichterobmann und dem Technischen Delegierten ein Offizieller für die Verwarnungsanzeigetafel und ein Protokollführer für den Gehrichterobmann zu bestimmen.
Warnhinweis
3

Die Geher müssen einen Warnhinweis erhalten, wenn durch die Art ihrer Fortbewegung dei Einhaltung der Bestimmung in Nr. 1 gefährdet ist. Sie können nicht beanspruchen, durch denselben Gehrichter aus dem gleichen Grund noch einmal einen Warnhinweis zu erhalten. Nach der Veranstaltung soll der Gehrichter den Gehrichterobmann über die einem Geher erteilten Warnhinweise informieren.
Verwarnung und Disqualifikation
4a
Jeder Antrag eines Gehrichters auf Disqualifikation wird Verwarnung genannt. Geher müssen verwarnt werden, wenn sie durch die Art ihrer Fortbewegung während irgendeines Teils des Wettkampfes die Bestimmungen in Nr. 1 nicht erfüllen, also sichtbaren Verlust des Bodenkontaktes oder gebeugten Knie haben.
4b
Erhält ein Geher eine Verwarnung durch drei verschiedne Gehrichter, ist er disqualifiziert und muss durch den Gehrichterobmann oder seinen Assistenten über diese Disqualifikation unterrichtet werden.
4c
Bei Veranstaltungen, die entweder unter direkter Aufsicht der IAAF stehen, oder mit deren Genehmigung stattfinden, dürfen unter keinen Umständen Verwarnungen zweier Gehrichter derselben Nationalität berücksichtigt werden.
Nationale Bestimmung DLV:
Bei allen nationalen Veranstaltungen dürfen für denselben Geher nur Verwarnungen von Gehrichtern berücksichtigt werden, die verschiednen Vereinen angehören
4d
Sofern ein Geher nicht während des Wettkampfes über seine Disqualifikation unterrichtet werden kann, muss ihm die Disqualifikation so bald wie möglich nach der Zielankunft bekannt gegeben werden. Falls ein Geher nicht sofort über seine Disqualifikation unterrichtet werden kann, darf dies nicht zur Aufhebung seiner Disqualifikation führen
4e
Ein Warnhinweis muss dem Geher durch ein gelbes Schild, mit dem Symbol des Verstoßes auf beiden Seiten, angezeigt werden, Mit einem roten Schild, das der Gehrichterobmann benutzt, wird dem Geher die Disqualifikation angezeigt. Geher können auch durch einen Assistenten des Gehrichterobmanns über ihre Disqualifikation unterrichtet werden.
4f
Bei Gehwettbewerben auf der Laufbahn muss ein disqualifizierter Geher diese sofort verlassen; bei Gehwettbewerben auf der Straße muss er sofort seine Startnummer abnehmen und die Wettkampfstrecke verlassen.
Jeder disqualifizierte Geher, der die Wettkampfstrecke oder die Laufbahn nicht verlässt, muss mit weitern Disziplinarmaßnahmen nach Regel 53.1 h rechnen.
4g
Zur Information der Geher muss auf der Wettkampfstrecke und in Zielnähe je eine Anzeigtafel aufgestellt sein, auf der die Anzahl der erhaltenen Verwarnungen angezeigt wird.
4h
Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a müssen die Gehrichter Handcomputer zum Datenaustausch benutzen, um die Verwarnungen an den Protokollführer und die Bediener der Verwarnungsanzeigetafel zu übermitteln.
Start
5

Die Gehwettbewerbe werden mit einem Pistolenschuss gestartet. Das übliche Kommando für Langstreckenläufe ist dabei anzuwenden.
Bei Gehwettbewerben mit einer großen Zahl an Gehern soll fünf Minuten vor dem Start eine Vorankündigung erfolgen und falls nötig, weiter Ankündigungen folgen.
Sicherheit und Medizinisches
6a
Das Organisationskomitee (Veranstalter) von Gehwettbewerben soll die Sicherheit der Geher und der Offiziellen gewährleisten. Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a, b, c soll das Organisationskomitee (Veranstalter) sicherstellen, dass die für den Wettkampf benutzten Straßen in beiden Richtungen für den Motorisierten Verkehr gesperrt sind.
6b
Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a, b, c sind die Wettbewerbe so anzusetzen, dass sie bei Tageslicht gestartet und beendet werden.
6c
Eine medizinische Untersuchung während des Wettkampfverlaufs durch das vom Organisationskomitee (Veranstalter) bestimmte medizinische Personal ist nicht als Unterstützung anzusehen.
6b
Ein Geher muss den Wettkampf sofort aufgeben, wenn der dazu von einem Mitlied des vom Organisationskomitee (Veranstalter) bestimmten offiziellen medizinischen Personals aufgefordert wird. Dieses Personal ist durch Armbänder, Westen oder ähnliche Kleidung klar zu identifizieren.
Erfrischungsstellen und Verpflegungsstationen
7a
An Start und Ziel aller Wettbewerbe müssen Wasser und andere geeignete Erfrischungen bereitgestellt werden.
7b
Bei Wettbewerden unter 10 km sind in angemessenen Abständen Erfrischungsstellen einzurichten, falls die Wetterbedingungen solche Vorkehrungen rechtfertigen.
Erläuterung: Die Entscheidung trifft der Wettkampfleiter.
7c
Bei Wettbewerben von 10 km und länger müssen in jeder Runde Verpflegungsstationen eingerichtet werden Zusätzlich müssen ungefähr in der Mitte zwischen den Verpflegungsstationen, bei entsprechenden Wetterbedingungen auch in kürzeren Abständen, Erfrischungsstellen eingerichtet werden, an denen ausschließlich Trinkwasser uns Schwämme zur Verfügung stehen.
7d
Verpflegung kann entweder vom Organisationskomitee (Veranstalter) oder vom Geher gestellt werden und ist an den Stationen so hinzustellen, dass sie für die Geher leicht zugänglich ist oder ihnen von dazu ermächtigten Personen in die Hand gegeben werden kann.
7e
Nimmt ein Geher außerhalb der Verpflegungsstationen Verpflegung an, wird er disqualifiziert.
7f 
Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a, b, c dürfen sich jederzeit maximal zwei Offizielle pro Land hinter dem Verpflegungstisch aufhalten. In keinem Fall darf ein Offizieller neben dem Geher herlaufen, während dieser Verpflegung annimmt.
Straßenstrecken
8a
Bei Veranstaltungen nach Regel 12.1 a, b, c darf der Rundkurs nicht länger als 2,5 km und nicht kürzer al 2 km sein. Für Gehwettbewerbe mit Start und Ziel in der Leichtathletikanlage soll der Rundkurs so nah wie möglich bei dieser liegen
8b
Wettkampfstrecken sind in Übereinstimmung mit Regel 240.3 zu vermessen.
Verlassen der Wettkampfstrecke
9
Bei Gehwettbewerben von 20 km (20.000 m) oder länger darf ein Geher mit Erlaubnis und unter Aufsicht eines Kampfrichters die Wettkampfstrecke oder die Laufbahn verlassen, sofern er dabei die zurückzulegende Distanz nicht verkürzt.
Transpodersystem
10
Zum Transpondersystem siehe Regel 240.10.

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